Zukunft

Es wird höchste Zeit, einige grundsätzliche Informationen zur zukünftigen Struktur unserer Schule nach dem Auszug aus dem Rhiemsweg weiterzugeben. Eigentlich sollte dies auf der Jahreskonferenz im März geschehen, aber die besonderen Umstände der Corona-Zeit haben auch unsere Umzugspläne durcheinander gebracht.

Sicherlich hat sich bei allen herumgesprochen, dass sich der Auszug aus dem Rhiemsweg verzögert und erst zu den Herbstferien durchgeführt wird. Das schafft Freiraum und erleichtert einiges, dennoch müssen in den nächsten Wochen Vorbereitungen getroffen werden. Auch in diesem Zusammenhang hat uns der Ausfall der pädagogischen Jahreskonferenz im März zurückgeworfen. Damals sollten Verabredungen getroffen und erste Planungsschritte realisiert werden. Dies soll nun im August passieren, wobei das genaue Konferenzformat vom Schulbetrieb nach den Sommerferien abhängen wird.

Der alte Rhiemsweg
Der alte Rhiemsweg

Außerdem sollte das Kollegium darüber informiert werden, wie sich die Stadtteilschule Horn baulich und strukturell ohne den Rhiemsweg darstellen wird. Dafür ist nun diese Mail gedacht mit dem Ziel, einen Überblick zu vermitteln, denn auf jeden einzelnen Raum kann nicht eingegangen werden.

Zunächst einige Erläuterungen zur „Baugruppe“.

Von Beginn an wurde Wert darauf gelegt, dass sie in ihrer Zusammensetzung das Kollegium repräsentiert. Deshalb ist sie multifunktional zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertretern der Sonderpädagogik und der Sozialpädagogik, aus Tutorinnen und Tutoren unterschiedlicher Jahrgänge, der Personalrat ist dabei, Leitungsmitglieder, und von der Arbeitslehre über die Naturwissenschaften bis zur Kunst ist eine breite Palette an Fächern abgebildet. Insgesamt haben immer 8-9 Personen mitgearbeitet. Aus dieser Zusammensetzung leitet die Gruppe ihre Legitimation ab, will sagen, sie ist überzeugt davon, dass die unterschiedlichen Perspektiven, die innerhalb unseres großen Kollegiums hinsichtlich der Themen Bau und Umzug entwickelt wurden, in ihren Diskussionsprozessen Berücksichtigung gefunden haben und weiter Berücksichtigung finden werden.

Stichwort Diskussionsprozesse: Diese waren zum Teil zeitaufwändig. Häufiger kam das Gefühl auf, wir müssten schneller vorankommen, andererseits war es bei vielen Fragestellungen wichtig, bestimmte Aspekte immer noch einmal zu durchdenken, um sicher sein zu können, nichts Wichtiges zu vergessen.

Über die Jahre hat so ein Prozess seine Entwicklung genommen, der jetzt zu einem Ergebnis geführt hat, das optimistisch stimmt und eine erfreuliche Perspektive auf die strukturelle Zukunft der Stadtteilschule Horn erlaubt.

Im Folgenden werden die Eckpunkte des Prozesses dargestellt, notwendigerweise reduziert auf das Wesentliche, denn eine detaillierte Schilderung der Entscheidungsfindungen würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen.

  1. Grundsatzentscheidung: Wer zieht in den Neubau?
Das Willkommenshaus in der Bauphase.
Das Willkommenshaus in der Bauphase.

Theoretisch waren alle Optionen offen für die Nutzung der 12 im Neubau entstehenden Klassenräume, von einem Oberstufenhaus bis zu einer Jahrgangsmischung.

Ausschlaggebend war letztlich die Überlegung, dass ein großer Wert des Rhiemswegs darin bestand (um schon mal in der Vergangenheit zu schreiben), den aus der Grundschule verabschiedeten Kindern nicht gleich die Integration in die große Stadtteilschule zuzumuten, sondern ihnen ein Ankommen und „Zuhause“ in gesondertem Rahmen zu ermöglichen.

Dieser Wert soll seine Fortsetzung finden, indem die 5. und 6. Klassen den Neubau bewohnen werden. Schnell wurde der Begriff „Willkommenshaus“ geprägt und in den Horner Wortschatz integriert.

Fotocollage vom Fortschritt am Neubau mit Musik von song4europe
  1. Grundsatzentscheidung: Wohin mit Jahrgang 7 und den Einrichtungen des Rhiemswegs?

Den obigen Gedanken zum Wert des Rhiemswegs folgend, fiel die Entscheidung, Jahrgang 7 auf dem gleichen Gelände wie die Jahrgänge 5 und 6 unterzubringen. Will sagen: Jahrgang 7 zieht in den Kreuzbau und nicht etwa in die Snitgerreihe.

Das bedeutet letztlich, dass der gesamte Rhiemsweg in den Horner Weg zieht.

Folgerichtig müssen dann einige Institutionen, die in den letzten Jahren das Gesicht des Rhiemswegs geprägt haben, auch in den Horner Weg und damit in den Kreuzbau ziehen.

Die Lösung besteht darin, dass das Sozialpädagogische Zentrum mit Insel, Reflexionsraum und Arbeitsraum in das Erdgeschoss des Kreuzbaus ziehen werden, ebenso wie die Bücherstube und der Ganztag. Erforderliche bauliche Maßnahmen in den Klassenräumen des Erdgeschosses wie das Ziehen von Trockenwänden sind vorgesehen.

Damit ergibt sich rein rechnerisch, dass im Erdgeschoss 3 Räume besetzt werden, dazu kommen 6 Klassen aus Jahrgang 7, sodass 3 Klassenräume frei bleiben. In diese sollen drei 8. Klassen ziehen. Hintergrund hierfür ist, dass in der Snitgerreihe keine Jahrgangsflure mehr gebildet werden sollen. Eine Mischung der Jahrgänge, neben der Hoffnung auf pädagogische Effekte auf das Miteinander, wird durch zeitlich unterschiedlich gelagerten Fachunterricht für kontinuierliche Entzerrung sorgen wird, es werden also nicht mehr, wie im Moment, komplette Flure besetzt oder leer sein.

Wenn die Abteilung 8-10 zukünftig praktisch nicht mehr am Horner Weg ansässig sein wird, muss auch der Arbeitsraum der Abteilung II umziehen, ganz davon abgesehen, dass die Hausmeisterwohnung, wo er zurzeit untergebracht ist, abgerissen wird. Er wird in den Raum 0.19 in der Snitgerreihe ziehen.

  1. Grundsatzentscheidung: Die Nutzung des Verwaltungstraktes

Für ein besseres Verständnis der zukünftigen Nutzung des Verwaltungstraktes muss zunächst erwähnt werden, dass die Frage, wo die Abteilungsleitung und das Sekretariat 5-7 einziehen sollen, über längeren Zeitraum und kontrovers diskutiert wurde. Die Schwierigkeit der Entscheidungsfindung bestand darin, dass sowohl die Snitgerreihe als auch der Neubau als auch der Kreuzbau als auch der Verwaltungstrakt infrage kamen und jeweils Pro- und Kontra-Argumente angeführt werden konnten.

Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten des Verwaltungstraktes, weil durch die gemeinsame Unterbringung von Lehrerzimmer, Abteilungsleitung und Sekretariat eine Art „Zentrale“ des Horner Wegs entsteht mit kurzen Kommunikationswegen und exponierter Lage vom Horner Weg aus betrachtet.

Außerdem werden der Hausmeister und der Kiosk im Verwaltungstrakt untergebracht.

Um den Verwaltungstrakt in der skizzierten Form nutzen zu können, sind einige Investitionen geplant sowohl funktionaler als auch ästhetischer Art.

  1. Die Lehrerzimmer

Die gute Nachricht vorweg: Trotz der Reduzierung von 3 auf 2 Lehrerzimmer werden wir kaum Quadratmeter verlieren. Möglich wird das durch Vergrößerungen sowohl im Verwaltungstrakt als auch in der Snitgerreihe. Im Verwaltungstrakt wird der angrenzende „Smartboardraum“ Lehrerzimmer, in der Snitgerreihe der Konferenzraum. Mithilfe von Durchbrüchen werden die nötigen Verbindungen geschaffen.

Zur Gestaltung der Lehrerzimmer hatte der Personalrat vor der Corona-Zeit eine Initiative gestartet, die eine Fortsetzung finden wird mit dem Ziel, effektive Arbeitsfläche und gleichzeitig angenehme Aufenthaltsatmosphäre zu schaffen.

  1. Allgemeines zur Raumsituation

Keine Frage: Wir werden zusammenrücken. Und dennoch: Wir werden nichts verlieren. Damit ist zum einen gemeint, dass ausreichend Klassenräume zur Verfügung stehen, was vor allem dadurch möglich wird, dass die Klassen der Studienstufe keine festen Räume mehr haben und wandern werden. Insgesamt wird eine effektivere Raumnutzung angestrebt als bisher.

Zum anderen verlieren wir keine Funktionsräume. An dieser Stelle kann nicht auf alle Räume im Detail eingegangen werden, dazu mögen bitte die entsprechenden Pläne eingesehen werden. Fest steht aber, dass nichts wegfallen muss (einzige Ausnahme nach heutigem Stand: der Spielekeller; unsicher ist die Zukunft der Töpferei), es kann höchstens sein, dass an der einen oder anderen Stelle nicht mehr so aus dem Vollen geschöpft werden kann wie zuvor, wofür dann hoffentlich Verständnis aufgebracht wird.

  1. Weiteres Wissenswerte: Die Stadtteilschule Horn

Seit geraumer Zeit existieren verschiedene Projekte, finanziert aus Mitteln der Stadt und des Bundes, die sich Quartiersentwicklung und infrastrukturelle Verbesserung der Stadtteile als Ziele gesetzt haben.

Unter anderem steht dabei der Hamburger Osten und damit auch die Region Billstedt/Horn im Fokus.

Ein Modellvorhaben betrifft dabei die Sportanlage Snitgerreihe. Ziel ist hier eine engere Verzahnung von Sport, Schule und Anwohnern.

Vordergründig wird ein neuer Kunstrasen verlegt und die Anlagen um den Fußballplatz herum werden erneuert. Außerdem wird an den Sportplatz heran ein Multifunktionsgebäude gebaut mit Umkleiden und weiteren Räumen, die Institutionen des Stadtteils zur Verfügung stehen werden, ohne dass allerdings bis jetzt ein konkretes Nutzerkonzept vorläge.

Wir als Schule kommen mit ins Spiel, weil wir den Sportplatz zukünftig als Pausenfläche nutzen wollen, darüber hinaus könnte Raumnutzung im Multifunktionsgebäude für uns interessant werden (Spielekeller?). Der Bezirk hat sich dafür offen gezeigt. Als „Gegenleistung“, die aber ohnehin in unserem Sinne ist, werden wir ab Sommer das Schulgelände am Horner Weg so öffnen wie wir es mit der Snitgerreihe schon länger tun. Das bedeutet, dass der Schulhof am Wochenende geöffnet bleibt, was durch die Vereinsnutzung der Dreifeldhalle sowieso passieren muss, und für Kinder, Jugendliche und Familien als Freizeitfläche zur Verfügung steht. Dafür wiederum beteiligt sich der Bezirk an der Gestaltung der Pausenfläche zum Beispiel durch die Finanzierung von Kleinspielfeldern.

Kurz gesagt ist unsere Zielsetzung, die Pausenfläche zu vergrößern, den Schulhof attraktiv zu gestalten und unseren Charakter als Schule im und für den Stadtteil zu betonen.

  1. Ausblick

Wir sind zwar schon recht weit, aber es gibt noch einiges zu tun. Dazu gehört natürlich der eigentliche Umzug inklusive der Klassenraumzuteilung vorab. Die Organisation des Umzugs muss neu überdacht werden und wird peu á peu erfolgen, dazu wird in den nächsten Tagen gesondert informiert.

Die baulichen Veränderungen im Kreuzbau und im Verwaltungstrakt müssen erfolgen, vorgesehen sind hierfür die Sommerferien. Deshalb muss der Verwaltungstrakt bis zu den Sommerferien leergeräumt werden. Betroffen sind hiervon alle Lehrkräfte, die im Lehrerzimmer einen Arbeitsplatz haben sowie die Büros der Sozialpädagogik und des Beratungsdienstes.

Die Gestaltung des Schulhofs Horner Weg steht aus. Hierfür hat es einen Online-Beteiligungsprozess in der Schülerschaft gegeben, von den Schulsprechern organisiert.

Die Möblierung und Gestaltung der Flurbereiche im Neubau muss noch erfolgen. Ideen gibt es bereits, die Baugruppe hat hier eine ihrer nächsten Aufgaben.

Aus dieser kleinen Aufzählung wird bereits deutlich: Der Teufel wird wie so oft in manchem Detail stecken. Und das eine oder andere wird sich vielleicht auch nicht so bewähren, wie es die jetzigen Planungen auf dem Papier erwarten lassen. Deshalb kann es sein, dass wir in den nächsten zwei Jahren die Schulstruktur gemeinsam prüfen und gegebenenfalls entscheiden werden, wo Nachbesserungen und Veränderungen ratsam erscheinen.

Insgesamt können wir uns auf eine attraktive und moderne Schule freuen mit einer sanierten Snitgerreihe, einem Neubau, saniertem Kreuzbau und Verwaltungstrakt, 4 neuen Sporthallen und ästhetisch sehr ansprechendem Schulgelände. Wer sich in anderen Hamburger Schulen umsieht, wird zu schätzen wissen, was wir bieten können!